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Bildungsabschlüsse als Perspektive für ein straffreies Leben

Nach Abschluss des Ausbildungsjahres 2018/2019 zieht die JVA Uelzen eine positive Bilanz der schulischen und beruflichen Ausbildung für Gefangene. Viele Insassen haben nicht nur ihre Strafe verbüßt, sondern die umfangreichen Bildungsangebote des Justizvollzuges sowie externer Kooperationspartner genutzt. Somit verbessern sie ihre Chancen auf einen Arbeitsplatz nach der Entlassung.

Die während der Haft angebotenen Maßnahmen reichen von Berufsorientierungen über Integrationskurse und Zusatzqualifizierungen bis hin zu Schul- und Ausbildungsabschlüssen.

Ein geregeltes Arbeitseinkommen und die damit verbundene Anerkennung, sind entscheidende Faktoren für eine gelingende Resozialisierung. „Wer aus der Haft entlassen wird, soll eine Perspektive für ein künftig straffreies Leben haben“, erklärt Anstaltsleiterin Sabine Hamann. Die in der JVA Uelzen angebotenen Aus- und Weiterbildungen sind dabei ein wichtiges Puzzleteil.

Insgesamt 20 Inhaftierte bereiteten sich in Förderkursen auf den Besuch einer schulischen oder beruflichen Ausbildungsmaßnahme vor. 5 Inhaftierten gelang es den Haupt- oder Realschulabschluss nachzuholen – darunter 1 erweiterter Realschulabschluss. 7 Gefangene erwarben den Führerschein für Flurförderfahrzeuge, und drei der in der Schlosserei beschäftigten Gefangenen absolvierten zusammen 11 Schweißerprüfungen. 16 Zertifikate wurden im Bereich Garten- und Landschaftsbau vergeben und 35 weitere Teilnehmer erhielten ein Zertifikat in den Gewerken „Maler/Lackierer/Trockenbau“, „Gebäudereinigung“ und „Lagerlogistik“.

In den Sprachkursen für ausländische Gefangene erreichten 21 Teilnehmer die Abschlüsse A1 (elementare Sprachanwendung) bis hin zu B1 (selbständige Kommunikation).

Bei den Insassen der Justizvollzugsanstalt stoßen die Angebote auf positive Resonanz. So berichtet ein ehemaliger Gefangener auf Nachfrage: „Es ist in jedem Fall sinnvoll, Ziele vor Augen haben, auf die man hinarbeiten kann.“ Er hat es geschafft und nach seiner Entlassung eine Anstellung als Gabelstaplerfahrer bei einem großen Getränkehersteller bekommen. Der während der Haft erworbene Führerschein war eine der Einstellungsvoraussetzungen.

Metallwerkstatt JVA Uelzen  
Durch eine Teilnahme an den angebotenen Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen können Inhaftierte ihre Haftzeit sinnvoll nutzen und den Grundstein für die Zeit nach der Entlassung legen. (Foto: JVA Uelzen)

Hintergründe:

Schulische und berufliche Bildungsangebote sind wichtige Voraussetzungen dafür, dass es den Gefangenen nach der Haftentlassung gelingt, Arbeit zu finden und die Erfordernisse des Alltags zu bewältigen. 2018 hatte Niedersachsen durchschnittlich 4787 Gefangene. Von Januar bis Juni 2019 waren es durchschnittlich 4812 Gefangene.

Insgesamt 1.688 Gefangene haben in Niedersachsen im Schul- und Ausbildungsjahr 2018/2019 die Angebote des niedersächsischen Justizvollzuges genutzt; das sind rund 15 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum (1.471 Gefangene). Unter den Qualifizierungen waren unter anderem 56 Hauptschulabschlüsse, 22 Realschulabschlüsse und 84 abgeschlossene Berufsausbildungen. Beinahe 300 ausländische Gefangene haben an Deutsch- und Integrationskursen teilgenommen.

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